Ein Treppenhaus als Bühne für ein Literaturprojekt? Was soll das denn bitte heißen und was kann da passieren, was können wir erzählen?
Der Literaturkurs hat vom 04.03. bis zum 20.03.2026 ein eher unkonventionelles Projekt umgesetzt und mit viel Kreativität, Einfallsreichtum, guter Planung und tatkräftigem Engagement gezeigt, welche Wirkung Worte in unserem Leben entfalten können.
Ort des Geschehens war das große, alte Treppenhaus des CHG-Hauptgebäudes. Im Rahmen unseres Literaturprojektes haben wir als Kurs das Treppenhaus der Schule in einen interaktiven Erfahrungsraum verwandelt. Durch verschiedene Mobilés und Installationen wollten wir Literatur aus dem Klassenzimmer mitten in den Schulalltag bringen und die Mitschülerinnen und Mitschüler zum Nachdenken anregen.
Das Projekt gliedert sich in drei thematische Schwerpunkte:
1. Autoritäre Floskeln im Treppenhaus:
An Kleiderbügeln hängende Kleidungsstücke symbolisieren anonyme Autoritätspersonen. Bestückt mit typischen Lehrersprüchen wie „Glauben kannst du in der Kirche“, wird kritisch hinterfragt, wie Sprache Macht ausübt, Hierarchien festigt und den Dialog verhindert.
2. Lyrik in Bewegung:
Beim Treppensteigen begegnen den Schülerinnen und Schülern Zitate großer Literaten (z. B. Goethe, Shakespeare und Dürrenmatt). Der physische Aufstieg symbolisiert dabei den geistigen Prozess: Erst wer oben ankommt und die Zitate im Vorbeigehen reflektiert, erhält ein Gesamtbild über das Wesen und die Auswirkungen von Macht in Form von Sprache.
3. Bildung oder Zeitverschwendung?
Ein Mobilé aus Schullektüren thematisiert die Motivation beim Lesen. Die abnehmenden Markierungen in den Büchern spiegeln das schwindende Interesse wider und werfen die provokante Frage auf, ob erzwungene Lektüre tatsächlich einen Bildungswert hat, wenn sie es nicht schafft, die Lesenden zu fesseln.
Anbei findet ihr ein paar Impressionen von den drei Literaturprojekten.
Bildauswahl und Textgestaltung: Reik Wessling und Lilien Klüsener für den Literaturkurs (Q1)


