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CHG erprobt Kommunikationsprüfungen im Fach Englisch

8 Mai 2014
 Mai 8, 2014

Wer mindestens eine Fremdsprache mehr oder minder fließend beherrscht, hat es sowohl im Berufsleben als auch im Ausland leichter. Dass es dabei z.B. im Restaurant am Ferienort oder am Telefon mit dem Geschäftspartner in London meist zunächst darum geht, mündlich zu kommunizieren, ist etwas, dem das Gymnasium mit seiner Fixierung auf schriftliche Leistungsüberprüfungen in den modernen Fremdsprachen in der Vergangenheit nicht immer Rechnung getragen hat. Dies soll nun anders werden: Ab dem Schuljahr 2014/15 wird im Fach Englisch eine Klassenarbeit in der Jahrgangsstufe 9 sowie eine Klausur in der Qualifikationsphase 11/12 durch eine sogenannte Kommunikationsprüfung ersetzt.

Um dies zu erproben, führte die Fachschaft Englisch des Carl-Humann-Gymnasiums kurz vor den Osterferien erstmals eine mündliche Prüfung für alle Schüler des neunten Jahrgangs durch. Dabei sahen sich die Kolleginnen und Kollegen einer Mammutaufgabe gegenüber, denn diese Jahrgangsstufe besuchen insgesamt 144 Schülerinnen und Schüler in fünf Klassen. Vorbereitet und durchgeführt wurden die Prüfungen im Fachschaftsteam: Die Kolleginnen und Kollegen nahmen an Fortbildungen teil und trafen sich regelmäßig in großer oder kleiner Runde, um Material zu sichten, Aufgabenstellungen zu formulieren oder Prüfungspläne zu erstellen. Auch die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler erfolgte parallel in allen fünf Klassen, so dass alle Prüflinge auf dasselbe Vorwissen zurückgreifen konnten.

Anfang April war es endlich soweit: An drei aufeinanderfolgenden Tagen wurden jeweils vier Schüler zweier Parallelklassen zusammen ca. 20 Minuten geprüft, wobei die Fachlehrer eher als Stichwortgeber fungierten. Sinn war es, die Schüler möglichst frei und natürlich miteinander kommunizieren zu lassen.

Zum Oberthema „Werbung“ musste jeder Schüler zunächst eine Werbeanzeige in einem Minivortrag beschreiben und analysieren. In einer anschließenden Diskussion zwischen den Schülern ging es darum, sich über die verschiedenen Anzeigen auszutauschen und eine davon nach vorgegebenen Kriterien auszuwählen. Dabei kam es z.T. zu sehr munteren und engagierten Gesprächen, war doch eine der Vorgaben, zunächst die Vorzüge der eigenen Werbung hervorzuheben, bevor man sich eventuell von den Mitschülern überzeugen ließ.

Bei einer ausführlichen Auswertung der Prüfungen äußerten sich viele der Neuner im Anschluss recht positiv. „Ich war vorher deutlich aufgeregter als vor einer Klassenarbeit“, so eine Schülerin der 9E. „Man weiß einfach nicht so genau, was auf einen zukommt, obwohl wir uns ja vorbereitet hatten. Aber die Diskussion lief gut und wir haben uns einigen können.“ „Es war recht locker und schnell vorbei“, beschrieb einer ihrer Mitschüler seinen Eindruck. „Ich fand es auch gut, dass wir uns nicht mit den Lehrern unterhalten mussten, sondern mit anderen Schülern diskutieren konnten.“

Auch die Englischlehrer waren mit dem Ergebnis zufrieden. „Die Noten entsprachen insgesamt ungefähr denen einer Klassenarbeit“, schätzte eine Kollegin. „Und Schüler, die besser sprechen als schreiben können, haben von der Prüfung profitiert.“

Da auch die anderen modernen Fremdsprachen ab dem nächsten Schuljahr regelmäßige Kommunikationsprüfungen durchführen müssen (die Fachschaft Spanisch am CHG tut dies bereits seit einigen Jahren), ist zu erwarten, dass die mündliche Kommunikation im Fremdsprachenunterricht in Zukunft einen noch größeren Stellenwert einnehmen wird, als sie dies bereits tut. Somit dürften Fragen wie: “May I become a steak?” („Darf ich ein Steak werden?“) im Restaurant beim London-Besuch demnächst endgültig der Vergangenheit angehören.

Text: Nina Schloemer

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