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24 August 2015
 August 24, 2015
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Am 19. August 2015 wurde die ehemalige Schulleiterin des Carl-Humann-Gymnasiums von der Schule verabschiedet. Seit dem 1. August ist Frau Mause als Dezernentin bei der Bezirksregierung in Düsseldorf tätig. In den Ansprachen des kommissarischen Schulleiters, Herrn Uhlmann, des Vertreters des Kollegiums, Herrn de Greiff, der Vertreterin der Elternschaft, Frau Gräwe, des Vertreters der Schülerschaft Darius Heinrich, des Vorsitzenden des Ehemaligenvereins, Herrn Erwig, sowie des Bürgermeisters der Stadt Essen, Herrn Franz Josef Britz, wurden die Verdienste von Frau Mause um die Entwicklung der Schule hervorgehoben. Aufgelockert wurde die Feierstunde durch diverse sehr unterhaltsame Beiträge von Schülern und den beiden Musiklehrern, Frau Rosin und Herrn Elitez.

Bei dem anschließenden Empfang wurden die Gäste durch ein großartiges Büffet und diversen Getränken verwöhnt.

Vom Ehemaligenverein wurde Frau Mause mit der folgenden Ansprache verabschiedet:

Liebe Frau Mause, sehr verehrte Damen und Herren, Mein Redebeitrag widmet sich der Frage

Die Zahl 13, Glückszahl oder Unglückszahl?
Und was hat die Zahl mit Ihnen, Frau Mause, und der Schule zu tun?

Die Zahl 13 gilt in vielen Kulturräumen, vor allem in Westeuropa, als Unglückszahl, hier und da gar als Zahl des Teufels. Der Aberglaube geht bei manchen Menschen sogar so weit, dass in vielen Hotels der 13. Stock übersprungen wird oder dass Krankenhäuser auf das Zimmer mit der Nummer 13 verzichten. In Flugzeugen wird man schwerlich den Platz 13 finden, und im Motorsport ist die Startnummer 13 eher die Ausnahme. Der französische Feldherr Napoleon, bekanntermaßen sehr abergläubig, führte aus Furcht vor einer möglichen Niederlage an keinem 13. eine Schlacht.

Im Grimmschen Märchen vom Dornröschen belegt die mangels Geschirr nicht eingeladene 13. Fee die Königstochter mit einem Fluch, durch den die Prinzessin an ihrem 15.Geburtstag in einen Tiefschlaf versetzt wird, aus dem sie ein Prinz nach 100 Jahren wachküsst.

Im Zusammenhang mit dem Wochentag Freitag löst die Zahl 13 bei vielen Menschen eine besonders ausgeprägte Phobie aus. Die Betroffenen würden an einem Freitag den dreizehnten wichtige Termine absagen, Reisen oder wichtige Entscheidungen verschieben, Klassenarbeiten – wenn möglich – verlegen.

Nun löst die Zahl 13 nicht bei allen Menschen und Völkern Angst und Schrecken aus. In der jüdischen Tradition gilt die 13 beispielsweise als glücksbringende Zahl – sie symbolisiert den Namen Gottes. Manche Menschen betrachten die Zahl 13 gar als persönliche Glückszahl, seit sie vor gut 50 Jahren die erste gezogene Zahl des Zahlenlottos war. Auch in China gilt sie seit jeher als Glückszahl.

Bei der Vergabe der Rückennummern beim Fußball möchten mittlerweile besonders abergläubige Spieler mit der Zahl 13 auf dem Trikot auflaufen, seit so berühmte Nationalspieler wie der „Bomber der Nation“ Gerd Müller, der langjährige Spielführer der Nationalmannschaft Michael Ballack oder der letztjährige Weltmeister Thomas Müller diese Zahl auf ihrem Trikot getragen haben.

Sie werden sich sicher fragen, was denn die Zahl 13 nun mit dem Carl Humann Gymnasium und vor allem mit Ihnen, Frau Mause, zu tun hat.

Vielleicht hat der eine oder andere von Ihnen im vergangenen Jahr bei dem großen Jubiläumsschulfest einen Blick in den Medienraum der Schule geworfen, um sich dort die Bilderausstellung zur Geschichte der Schule anzusehen. Auf einem der Bilder sind die Namen und Porträts der bisherigen Schulleiter (mit einer Ausnahme allesamt männlich) der 110 jährigen Geschichte der Schule als Vollgymnasium zu sehen.

Da finden Sie den Mann der ersten Stunde im gerade erst fertiggestellten Neubau am Laurentiusweg, den königlichen Kommissar Geheimrat Anton Wirtz, der auch schon das sogenannte Progymnasium im heutigen Grend geleitet hatte. Er bescheinigte im Jahr 1904 den ersten 8 Abiturienten ihre auch sittliche Reife, führte die Schule durch die schwierigen Kriegsjahre des 1. Weltkriegs und beendete seinen Dienst erst im Jahr 1928.

Eine zweite herausragende Persönlichkeit in der Geschichte der Schule war Dr. Ferdinand Gaillard, genannt der Frosch Er trägt die Nummer 5 in der Liste der Schulleiter und steuerte die Schule durch die Wirren des 2. Weltkriegs. Sein Einsatz für die Humann-Schüler während der Kinderlandverschickung in Ischgl und Galtür und später bei der Instandsetzung des von Bomben erheblich beschädigten Schulgebäudes hat ihm bei seinen Schülern und deren Eltern, aber auch seinen Kollegen viel Respekt und Anerkennung eingebracht.

An vorläufig letzter Stelle stehen Sie, Frau Mause. Auch Sie haben gewissermaßen Schulgeschichte geschrieben. Sie waren nämlich nicht nur die 1. weibliche Schulleiterin des Carl-Humann-Gymnasiums, sondern Sie tragen, um es in der Fußballsprache auszudrücken, die Nummer 13 auf Ihrem Schulleiter-Trikot und sind damit die dreizehnte Schulleiterin in der 110jährigen Geschichte der Schule – vor Ihnen gab es mit Frau Pfänder und Frau Grund lediglich 2 Stellvertreterinnen. Damit steht fest, dass die Zahl 13 für die Geschichte des Carl- Humann-Gymnasiums eine ganz besondere, herausragende Bedeutung hat.

Für den Ehemaligenverein der Schule ist die Zahl 13 ohne jeden Zweifel keine Unglückszahl sondern eine Glückszahl. Sie, Frau Mause, waren es, die nur 1 Jahr nach ihrem Dienstantritt, die Frage aufwarf:

„Müsste eine Schule mit einer so langen Tradition nicht eigentlich auch einen Ehemaligenverein haben?“

Ein Kollege, der als Schüler und Lehrer seit über 50 Jahren mit dem CHG verbunden ist, konnte Ihnen Ihre Frage damals wie folgt beantworten:

“Ja, da gab es mal so einen Verein, aber der ist vor einigen Jahren wieder einmal eingeschlafen.“

Daraufhin machten Sie sich auf die Suche nach einem Prinzen, oder besser gesagt, gleich 5 Prinzen, die bereit waren, den Verein der ehemaligen Lehrer und Schüler des Carl-Humann- Gymnasiums zu neuem Leben zu verhelfen. Man traf sich am 10.Februar anno 2010 in einer geheimen Sitzung im Lehrerzimmer und beschloss, den Verein, dessen Vor-Vor-Vorläufer ursprünglich schon im Jahr 1924 gegründet worden war, im Laufe der Jahre aber mehrmals in einen mehr oder weniger langen Tiefschlaf versetzt worden war, aus dem Dornröschenschlaf wach zu küssen. Dass Ihre damalige Initiative nicht so ganz uneigennützig war, war jedem schnell klar. Fünf Jahre lang konnte die Schule nämlich von Ihrer Idee und Initiative der Wiederbelebung finanziell profitieren. In Zeiten der klammen kommunalen Kassen hat der Ehemaligenverein in den letzten 5 Jahren immerhin einen Betrag von mehr als 20.000 € zusammengetragen und konnte somit Ihnen und der Schule so manchen Wunsch realisieren, den die Stadt Ihnen nicht erfüllen konnte bzw. wollte. Stellvertretend hierfür seien die Neugestaltung des Medien- und Musikraums sowie die letztjährigen Jubiläumsgeschenke in Form einer mobilen Bühne und einer Beschallungsanlage für die Musiker genannt, die seither bei mehreren Anlässen gute Dienste geleistet haben.

Aber natürlich hatten Sie nicht allein die finanziellen Vorteile im Sinn, als Sie an die Wiederbelebung des Ehemaligenvereins dachten. Es ging Ihnen auch und vor allem darum, den Kontakt zwischen ehemaligen und jetzigen Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern aufrecht zu erhalten und zu intensivieren. So waren Sie in den vergangenen 5 Jahren immer wieder mit erkennbarem Interesse bereit, ehemalige Abiturienten anlässlich ihrer Abiturjubiläen persönlich durch die Schule zu führen und zu zeigen, was sich an ihrer alten Penne in den 25 bis 60 Jahren seit ihrem Abitur geändert hat. Besonders viel Freude machte Ihnen der Besuch des 99jährigen Ehemaligen Alfons Sommerhäuser, der Ostern 1935, also vor mittlerweile 80 Jahren, sein Abitur am Carl-Humann-Gymnasium absolviert hat.

So können sich letztlich die Schule und der Ehemaligenverein glücklich schätzen über die von Ihnen im Jahr 2010 initiierte Zusammenarbeit. Somit ist die Zahl 13 für beide Seiten sicher keine Unglückszahl, sondern zweifellos eine große Glückszahl.

Der Ehemaligenverein möchte Ihnen deshalb ein Trikot mit der Rückennummer 13 schenken, das Sie an diese gemeinsame Zeit und Zusammenarbeit erinnern soll. Ferner möchten wir Ihnen drei DVD’s schenken mit den Filmbeiträgen von Steele TV, die zu verschiedenen Anlässen einen Beitrag über die Schule gedreht haben, über den VV Humann, über unser letztjähriges Jubiläumsschulfest und über den Besuch des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff im Rahmen des von unserem ehemaligen Lutz Friedrich ins Leben gerufenen Diskussionsforums Humann im Dialog. Und schließlich möchte ich Ihnen ein Aufnahmeformular für den Ehemaligenverein überreichen. Als Schulleiterin waren Sie ein geborenes und beitragsfreies Mitglied im Vorstand des Vereins. Ich hoffe Sie bald als ordentliches und beitragszahlendes Mitglied im Verein der ehemaligen Lehrerinnen und Lehrer sowie der Schülerinnen und Schüler des Carl-Humann-Gymnasiums begrüßen zu können. Sie wissen ja, dass jeder Euro Ihrer ehemaligen Schule zugutekommt.

Ich wünsche Ihnen im Namen des Ehemaligenvereins Glück, Gesundheit und Erfolg bei Ihrer zukünftigen Tätigkeit bei der Bezirksregierung und hoffe, dass Sie über den Verein der Ehemaligen den Kontakt zum CHG beibehalten werden.

Text: K. Erwig

Foto: St. Uhlmann

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