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8 November 2021
 November 8, 2021

Zum Gedenken an die Reichspogromnacht 9. November 1938

In diesem Jahr jährt sich die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 zum 83. Mal. Sie war Vorbote einer bösen, grausamen Zeit, die Millionen von Menschen jüdischen Glaubens während des Naziregimes unermessliches Leid und qualvollen Tod gebracht hat.

Antisemitismus, Rassismus, Diskriminierung und Ermordung anders denkender und lebender Menschen gehören nach wie vor zu den bitteren menschlichen Erfahrungen unserer Tage. Und sie stellen nicht nur unsere Demokratie, sondern jede und jeden von uns immer wieder neu vor die Frage, wie ernst wir es mit dem 1. Artikel unseres Grundgesetzes meinen: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Im Gedenken an die Reichspogromnacht wollen wir auch in diesem Jahr wieder mit einem Nachdenkwort unsere Schulgemeinde zur Auseinandersetzung bringen mit der oben genannten gesellschaftlichen Problematik. Gesellschaft, das sind wir alle. Darum sind wir alle herausgefordert, wachsam zu bleiben und uns solidarisch zu zeigen mit denen, die Opfer von Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung sind oder werden.

Das in diesem Jahr gewählte Nachdenkwort, das in den Fenstern zum Schulhof und zum Laurentiusweg zu lesen ist, heißt: Unantastbar! Geschrieben ist das Nachdenkwort in bunten Buchstaben.

Es soll uns an die Grundlage unseres Zusammenlebens erinnern: Die Würde eines jeden Menschen, ohne Unterschied von Herkunft, Religion oder Geschlechtlichkeit, ist unantastbar. Menschliche Würde ist vielfältig, wie die Menschen vielfältig sind. Würde ist darum bunt.

Wer anders denkt und handelt, wer ideologisch Mauern zwischen Menschen aufbaut, spaltet unsere Gesellschaft, sät Unfrieden. Wir müssen begreifen lernen, dass die Welt eine ist. Und darum müssen wir uns um Einheit bemühen.

Daran haben uns Schülerinnen und Schüler der Oberstufe erinnert, die im letzten Schuljahr das Equality-Projekt „Humann ist bunt“ ins Leben gerufen haben. Darum hat sich unsere Schülerschaft eingesetzt, Teil des bundesweiten Schulnetzwerkes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu werden. Darum sind wir als Schule Teil eines im Moment 19 Steeler Institutionen umfassenden „Runden Tisches Essen-Steele“, der jüngst mit sogenannten „5-Miteinander-Lebensregeln“ ein sichtbares Zeichen gesetzt hat für Toleranz, einen respektvollen Umgang miteinander und gegenseitige Solidarität im Stadtteil. Eine dieser fünf Lebensregeln, die auf große Banner gedruckt worden sind, hängt auch an der rückwärtigen Fassade unseres Schulgebäudes: Steele handelt fair!

Als Schule wollen wir uns darum auch weiterhin in unserer gesamten Schularbeit stark machen und uns einsetzen für eine bunte Schulgemeinschaft, ein tolerantes und solidarisches Miteinander und so – im gegenseitigen Respekt -, Einheit mit Vielfalt leben und fördern.

 

Thomas Reuter, Schulleiter

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