Bereits zum dritten Mal fand in diesem Schuljahr der Austausch zwischen unserer Schule und der norwegischen Partnerschule Rælingen videregående skole statt. Neun Schülerinnen und Schüler der EF reisten gemeinsam mit Frau Noll und Frau Paß vom 19.–23. Januar nach Norwegen, bevor im März der Gegenbesuch in Deutschland erfolgte. Im Mittelpunkt des Erasmus+-Projekts stand in diesem Jahr die Auseinandersetzung mit Alltagsrassismus, Erinnerungskultur und demokratischen Werten.
Nach der Anreise am Montag startete das Programm in Norwegen direkt mit einem inhaltlichen Höhepunkt: dem Besuch des Holocaust Centret in Oslo. Dort nahmen die Schülerinnen und Schüler an einem Workshop zum Thema „Alltagsrassismus“ teil. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, wie Vorurteile entstehen, wie Diskriminierung im Alltag sichtbar wird und welche Verantwortung jede und jeder Einzelne in einer demokratischen Gesellschaft trägt. Darüber hinaus erhielten die Jugendlichen Einblicke in die Rolle Norwegens während der NS-Zeit und setzten sich mit der Verfolgung jüdischer Menschen auseinander. Auch die Situation der norwegischen Samen als Minderheit wurde thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler lernten dabei mehr über deren Geschichte, kulturelle Identität sowie über Ausgrenzung und Diskriminierungserfahrungen, die bis in die Gegenwart hineinwirken. Besonders eindrucksvoll war die Verbindung historischer Ereignisse mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen.
Im Anschluss arbeiteten die deutsch-norwegischen Gruppen gemeinsam in der Schule weiter an verschiedenen Aspekten des Themas. Dabei entstanden Präsentationen, Diskussionen und kreative Beiträge, die die unterschiedlichen Perspektiven der Jugendlichen sichtbar machten. Neben der intensiven Projektarbeit kam auch der interkulturelle Austausch nicht zu kurz. Ein besonderes Highlight war der Mittwochnachmittag: Beim gemeinsamen Langlaufen lernten sich die Jugendlichen noch besser kennen und konnten viele gemeinsame Erinnerungen sammeln.
Den Abschluss des Aufenthalts bildete am Donnerstag eine Präsentation vor den Deutschkursen der norwegischen Schule. Dort stellten die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse zum Thema Alltagsrassismus vor und kamen mit den Zuhörerinnen und Zuhörern ins Gespräch. Besonders beeindruckend war, wie offen und reflektiert die Jugendlichen über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse diskutierten.
Vom 16.–20. März fand schließlich der Gegenbesuch in Deutschland statt. Nach der Begrüßung und gemeinsamen Vorbereitung in der Schule stand am Mittwoch der Besuch des Projekts „Holo-Voices“ auf Zeche Zollverein auf dem Programm. Dort begegneten die Schülerinnen und Schüler interaktiven Hologrammen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Holocaust, die Fragen beantworten und ihre persönlichen Geschichten erzählen. Die Begegnung mit diesen digitalen Erinnerungsformaten hinterließ bei vielen einen bleibenden Eindruck.
Am Donnerstag setzten sich die Teilnehmenden kreativ mit dem Erlebten auseinander. In deutsch-norwegischen Gruppen gestalteten sie Leinwände, auf denen sie ihre Gedanken, Gefühle und Botschaften zum Thema Erinnerungskultur, Demokratie und gesellschaftliche Verantwortung ausdrückten. Dabei entstanden sehr persönliche und eindrucksvolle Kunstwerke, die die intensive Auseinandersetzung mit den Projektthemen widerspiegeln.
Der Austausch zeigte erneut, wie wertvoll internationale Begegnungen im Rahmen von Erasmus+ sind. Neben der Erweiterung sprachlicher und interkultureller Kompetenzen lernten die Jugendlichen vor allem, wie wichtig Offenheit, Toleranz und demokratisches Handeln im Alltag sind. Gleichzeitig entstanden neue Freundschaften und Kontakte, die weit über die Projektwoche hinausreichen.


