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25 Februar 2018
 Februar 25, 2018

Am Donnerstag, den 01. Februar, begaben sich der Sowi Leistungskurs und Sowi Grundkurs der Q2 zu einem Treffen mit dem Personalvorstand des Spezial-Chemie-Konzerns Evonik Industries Thomas Wessel. Nach dem vergangenen Schulvormittag machte schon die schicke Kleidung einiger Mitschüler auf ein hochkarätiges Wirtschaftsmeeting aufmerksam. Als nun der vorbereitete Fragenkatalog ausgehändigt wurde und der Bus uns um ca. 14:20 Uhr an der A 40 absetzte, waren sowohl Grundkurs als auch der Leistungskurs top vorbereitet. Dem voller Vorfreude strahlendem Lehrer Herrn de Greiff folgend, betraten wir nun den Gebäudekomplex. Mit dem Schließen der elektrischen Glastür hinter uns verschwand der Lärm der A 40 und eine angenehme Ruhe, welche einem als Schüler eher unbekannt war, breitete sich inmitten des modernen Eingangsbereiches aus. Nach kurzer Aufzugfahrt betraten wir die 17. Etage und das Wichtigste für jeden fast volljährigen Schüler fiel sofort ins Auge: Die Getränkebar mit Snacks. Mittels lockerer Tischgespräche und einiger Drinks stiegen wir also in den Nachmittag ein. Während Herr de Greiff vor der Fotowand schon fast flüchtete,versuchten einige Schüler sich als Dortmunds Neueinkauf vor dem Evonik-Poster in Szene zu setzen.

Jetzt, da alle gut gestärkt waren und einige Werbegeschenke entgegengenommen hatten, konnte der Dialog mit der Jugend beginnen. Zum Einstieg zeigte uns der Personalvorstand Thomas Wessel ein Video zum Konzern,  „#HumanChemistry“ lautete das Motto. Hierbei wurde den Mitarbeitern eine elementare Wichtigkeit zugeschrieben, was vor dem Hintergrund des Vortragenden keine Überraschung darstellte.

Im Anschluss begann die Fragerunde. Zunächst interessierte sich ein Schüler einer anderen Schule dafür, wie Evonik einen solchen wirtschaftlichen Erfolg erzielen konnte. Dies kam, meinem Eindruck nach, Herrn Wessel sehr entgegen, da diese Frage schon einen Erfolg des Unternehmens am Markt implizierte. Als Antwort verwies der Manager (überraschenderweise) auf die Mitarbeiter. Im Verlaufe des Gespräches kam es nur selten vor, dass die Ruhe den Raum dominierte und keine Fragen gestellt wurden. Auf die Frage, warum Evonik seinen Hauptsitz immer noch in Deutschland habe, antwortete Herr Wessel, dass die politische Sicherheit und Verlässlichkeit der Behörden für das Unternehmen eine große Rolle spiele. Einigen weiteren sozialwissenschaftlichen Fragen folgten ebenfalls Fragen nach dem persönlichen Werdegang des Personalvorstands und wie er es zum Vorstand geschafft habe. Als einen Aspekt, welcher ihn von der Masse abgrenze, nannte er dazu seine Erfahrung. Dies war überraschend, denn beim ersten Schritt in den Vorstand eines großen Konzerns kann man auf Vorstandserfahrungen ja definitionsgemäß noch nicht zurückgreifen. Vermutlich waren seine vielfältigen und interessanten beruflichen Stationen im Personalwesen gemeint. Bemerkenswert war zudem, dass er seinen Werdegang zunächst als Industriekaufmann ohne Abitur begann und sich auf seinem Weg zum Vorstand fort- bzw. weiterbildete.

Des Weiteren berichteten zwei junge Auszubildende von ihrer Sichtweise auf das Unternehmen. Sie waren beide sehr zufrieden sich dem Unternehmen anschließen zu dürfen und ermutigten uns damit ihrem Beispiel zu folgen.

Abschließend nehme ich, und ich denke, ich teile die Meinung unserer gesamten Gruppe, folgendes aus der Exkursion mit. Das gesamte Unternehmen machte einen rundum guten und souveränen Eindruck, was sicher auch der ausführlichen Vorbereitung des Vorstandes zuzuschreiben ist. Der Konzern wirkte sehr engagiert und interessiert, was uns Schüler anbelangt. Dabei darf die kostenlose Currywurst in der Kantine nicht unerwähnt bleiben. Die durchaus lockere Atmosphäre ermöglichte uns ein sorgenfreies Fragestellen, wobei die Fragen auch ab und zu sehr humorvoll waren. Unter all diesen positiven Aspekten darf jedoch nicht vergessen werden, dass ein Treffen mit solch vielen Schülern und einem Vorstand nie gänzlich persönlich werden kann. Außerdem ist es meiner Ansicht nach kritisch zu bewerten, dass es Pflicht war, zuvor einen Fragenkatalog einzureichen. Dadurch konnte nichts Unerwartetes geschehen und der Vortragende fand sich in einer souveränen Position vor. Hinzuzufügen ist, dass sich das Treffen gegen Ende in die Länge zog. Als auch noch Aspekte aus dem Unterricht, wie beispielsweise „Fördern und Fordern“ genannt wurden, drohte bei manchen Schülern das Interesse gegen Null zu konvergieren. Als nun der Lärm der A 40 wieder in unsere Ohren strömte und einige sich eine kurze Raucherpause gönnten, betraten wir mit gemischten Gefühlen wieder den Bus. Letztendlich machten wir jedoch alle, egal ob gut oder schlecht, eine wertvolle Erfahrung.

Vielen Dank an Herrn de Greiff für seine Initiative und natürlich an Evonik.

Text: Konstantin B. (Q2)
Fotos: Initiativkreis Ruhr

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