Vom 27. September bis zum 2. Oktober 2026 führte unsere Erasmus+-Gruppenmobilität Schülerinnen und Schüler nach Esbjerg an die dänische Nordseeküste. Unter dem Leitgedanken „Shared European Heritage – Same, different, connected“ beschäftigten wir uns gemeinsam mit unseren dänischen Partnerinnen und Partnern damit, was uns in Europa verbindet, wo Unterschiede sichtbar werden und wie bereichernd gerade diese Unterschiede sein können.
Unsere Partnerschule, die Rybners EUD/EUX in Esbjerg, empfing uns herzlich und gab unseren Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, Schule und Alltag in Dänemark aus nächster Nähe kennenzulernen. Schnell zeigte sich dabei, dass Verständigung weit mehr bedeutet als die richtige Grammatik: Englisch wurde zur ganz selbstverständlichen gemeinsamen Sprache beim Arbeiten, Fragen, Diskutieren und Kennenlernen.
Im Mittelpunkt der Woche stand die gemeinsame Projektarbeit. Die Jugendlichen erkundeten Esbjerg, führten Gespräche und Interviews, hielten ihre Eindrücke fotografisch fest und setzten sich mit der Geschichte und Gegenwart der Region auseinander. Ein Besuch im Fisheries and Maritime Museum eröffnete dabei den Blick auf die enge Verbindung der Stadt mit dem Meer und auf die Bedeutung von Fischerei, Schifffahrt und Nordsee für die Entwicklung Esbjergs.
Ein weiterer Höhepunkt führte uns nach Ribe, in eine der ältesten Städte Dänemarks. Zwischen Dom, historischen Gassen und jahrhundertealten Gebäuden wurde europäische Geschichte unmittelbar erfahrbar. Statt Geschichte nur aus Büchern zu kennen, konnten die Schülerinnen und Schüler selbst entdecken, welche Spuren Vergangenheit in einer Stadt hinterlässt und wie unterschiedlich historisches Erbe heute wahrgenommen und bewahrt wird.
Auch die dänische Nordseeküste gehörte zu unseren Lernorten. Der Ausflug nach Fanø bot nicht nur eindrucksvolle Naturerlebnisse, sondern auch Zeit für Gespräche, gemeinsames Entdecken und viele jener kleinen Momente, die eine Austauschfahrt besonders machen. Denn neben dem offiziellen Programm waren es gerade die gemeinsamen Wege, Mahlzeiten, Gespräche und spontanen Begegnungen, durch die aus einer Reise eine echte europäische Erfahrung wurde.
Während der gesamten Woche sammelten die Schülerinnen und Schüler Bilder, Beobachtungen und Gedanken für ihr Projekt „Our Europe in 6 Frames“. Die Aufgabe bestand darin, Europa in sechs ausgewählten Bildern sichtbar zu machen: nicht als abstrakten Begriff, sondern als etwas, das sich in Menschen, Orten, Gemeinsamkeiten und Unterschieden entdecken lässt. Dabei wurde deutlich, dass Europa nicht nur auf Landkarten oder in politischen Institutionen existiert. Europa entsteht auch dort, wo junge Menschen einander begegnen, miteinander arbeiten, neugierig aufeinander sind und feststellen, dass ihnen trotz unterschiedlicher Sprachen und Lebenswelten vieles vertraut ist.
Für unsere Schülerinnen und Schüler bedeutete die Woche zugleich, Verantwortung zu übernehmen und selbstständiger zu werden. Sich in einem anderen Land zu orientieren, in einer Fremdsprache zu kommunizieren, im Team Lösungen zu finden und sich auf Unbekanntes einzulassen, sind Erfahrungen, die weit über den Unterricht hinausreichen.
Nach sechs intensiven Tagen kehren wir deshalb nicht nur mit vielen Fotos und Arbeitsergebnissen nach Essen zurück. Wir nehmen neue Eindrücke, Begegnungen und Erinnerungen mit und vielleicht auch einen etwas anderen Blick auf Europa.
Unser herzlicher Dank gilt unseren Gastgeberinnen und Gastgebern an der Rybners EUD/EUX, insbesondere Henrik Hjelm Zidoree und allen Beteiligten, die unsere Gruppe so freundlich aufgenommen und diese Woche ermöglicht haben.
Tak for denne gang, Esbjerg!
Wir freuen uns darauf, die entstandenen Projekte und Erfahrungen am Carl-Humann-Gymnasium weiterzugeben und unsere europäische Zusammenarbeit fortzusetzen.
Katharina Finke und Jennifer Bennauer
Die Gruppenmobilität fand im Rahmen des Erasmus+-Programms der Europäischen Union statt.


