Wie fühlt es sich an, einen ganzen Schultag lang nur zuzuhören und zu beobachten – so wie es Schülerinnen und Schüler jeden Tag tun? Genau das haben zwei unserer Lehrkräfte im Rahmen eines Erasmus+-Job-Shadowings an unserer Partnerschule, der Foley‘s School in Limassol auf Zypern, ausprobiert.
Schon der weitläufige Campus, auf dem alle Altersstufen vom Kindergarten bis zur Oberstufe zusammenkommen, hinterließ einen bleibenden Eindruck – ebenso wie die internationale Atmosphäre mit Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften aus zahlreichen Nationen. Statt selbst zu unterrichten, hospitierten Frau Breer und Herr Rinne eine Woche lang in Fächern wie Englisch, Französisch, Erdkunde, Wirtschaft, Physik, Mathematik, Debattieren und Theater, beobachteten Unterrichtsmethoden sowie digitale Tools und tauschten sich intensiv mit Lehrkräften und Lernenden vor Ort aus.
Obwohl die Foley’s School als britisch-internationale, private Einrichtung nach dem Cambridge-Curriculum unterrichtet, fielen den beiden viele Parallelen zu unserer deutschen Schule auf – etwa im Fächerangebot und im Engagement des Kollegiums. Unterschiede zeigten sich vor allem in der Prüfungsstruktur mit den international anerkannten Cambridge-Abschlüssen. Gerade diese Mischung aus Vertrautem und Neuem machte den fachlichen Austausch besonders wertvoll und lieferte zahlreiche Denkanstöße für den eigenen Unterricht.
Als Erasmus+-Schule lebt die Foley‘s School in Limassol interkulturellen Austausch und Offenheit für neue Perspektiven sichtbar vor, was den beiden einen unkomplizierten Einstieg ermöglichte. Sie wurden vom Kollegium herzlich aufgenommen, in Pausengespräche und schulische Veranstaltungen, wie z.B. kreatives Schreiben in der Schülerbibliothek, eingebunden und erhielten so auch abseits des Unterrichts einen authentischen Einblick in den Schulalltag vor Ort. Bei Ausflügen in die Altstadt von Limassol und in zahlreichen Gesprächen kamen auch Land, Kultur und Geschichte Zyperns nicht zu kurz und beide Seiten lernten sich auf diese Weise noch besser kennen.
Der Kontakt zwischen der Partnerschule und dem Carl-Humann-Gymnasium besteht bereits seit einigen Jahren und geht auf eine gemeinsame Zeit intensiver schulischer Zusammenarbeit zurück. Mit im Gepäck hatten Frau Breer und Herr Rinne diesmal viele frische Unterrichtsideen, praktische Impulse für den Einsatz digitaler Tools sowie Vergleiche der Schulsysteme, die sie bereits beim pädagogischen Tag mit Kolleginnen und Kollegen geteilt haben. Einziger Wermutstropfen: Die begrenzte Zeit vor Ort, die nicht ganz ausreichte, um alle Facetten des Schullebens kennenzulernen.
Fazit der beiden: Auch Lehrerinnen und Lehrer lernen nie aus – und manchmal lohnt es sich, für ein paar Tage selbst die Schulbank zu drücken.




