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27 Oktober 2016
 Oktober 27, 2016
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Wie jedes Jahr ging es auch dieses Jahr für die Schüler der Q2 in der Woche vor den Herbstferien auf Kursfahrt. Die Ziele waren Wien, Berlin und Oxford. Ich bin im Mathe LK, und wir fuhren in die Hauptstadt Österreichs nach Wien, zusammen mit unserem LK Lehrer Herrn Pisano und mit Frau Heupel.

Sonntagabend um halb zehn haben sich der Pädagogik LK von Herrn Balken und unser Mathe LK versammelt, um gemeinsam die weite Reise nach Wien zu beginnen. Nach einer zwölfstündigen Fahrt sind wir dann mehr oder weniger erholt in der Hauptstadt angekommen. Kaum waren wir in dem A&O Hostel eingecheckt, ging es auch direkt los in den Tiergarten Schönbrunn, der 1752 gegründet wurde und somit der älteste noch bestehende Zoo der Welt ist. Dort gab es ungefähr 3500 interessante Tiere in über 700 verschiedenen Arten zu sehen, unter anderem süße Panda Babys. Zurück im Hostel haben wir dann unsere Betten bezogen, am Hauptbahnhof oder in der Innenstadt noch etwas zu Essen geholt und später gemeinsam auf den Zimmern den Abend ausklingen lassen. Am Dienstagvormittag hatten die Schüler des Mathe LKs die Wahl entweder mit Herrn Pisano in die Boulderhalle „Boulderbar“ zu gehen, welche sogar über einen Außenbereich verfügte, oder in das berühmte Schloss Schönbrunn. Ich hatte mich dazu entschlossen mit dem Päda LK von Herrn Balken das Schloss zu besichtigen. In dem majestätischen „Sissi-Schloss“ hatten wir eine Tour mit Audioguides gebucht, diese hat uns tolle Einblicke über das damalige Leben der Adeligen ermöglicht. Im Anschluss daran, nachdem sich die Boulderer und die Anderen wieder versammelt hatten, bekamen wir eine interessante Stadtrundfahrt durch ganz Wien. Dabei machten wir auch halt am Hundertwasserhaus. Das bunte und ungewöhnliche Haus hat in den Gangbereichen unebene Böden und ist mit 250 Bäumen üppig begrünt, teilweise auch auf den Dächern. Hundertwasser war ein Architekt, der sich gegen die Ordnung stellte und gerne auch mal wellige Wände und Böden mit vielen bunten Farben kreiert. Danach wurde der Mathe LK an dem Zeiss Planetarium abgesetzt und für den Päda LK ging es nach Hause. Im Planetarium nahmen wir an einer Vorstellung über alle möglichen Entdeckungen des Alls teil. Die Vorstellung ging eine knappe Stunde und war voll mit interessanten Dingen. Das Zeiss Planetarium in Wien gilt als eines der modernsten Planetarien der Welt. Da das Planetarium in der Nähe des Praters, einer gigantischen Dauerkirmes, steht, entschieden sich viele Schüler im Anschluss einen Rundgang über den Prater zu machen. Dort gibt es ganz verrückte Attraktionen, unter anderem eine „Gummiflätsche“ für Menschen, die einen etliche Meter in die Luft schleudert, natürlich alles gesichert. Leider hat all dieser Spaß auch seinen Preis. Unter 5 Euro konnte man kaum auf eine Achterbahn gehen.

Der Mittwoch war, meiner Meinung nach, einer der interessantesten Tage. Wir haben das Konzentrationslager in Mauthausen besucht,  indem von 1938 bis zur Befreiung 1945 etwa 190 000 Menschen inhaftiert waren (Außenlager einbezogen). Dort hatten wir eine Führung über das gesamte Gelände. Dabei wurden uns die Denkmäler der betroffenen Völkergruppen gezeigt und auch erklärt wie die Insassen damals in dem angrenzenden Steinbruch unter menschenunwürdigen Bedingungen gearbeitet haben und reihenweise ermordet wurden. Berühmt ist die Todesstiege, eine ewig lange Treppe, die von dem Steinbruch auf die Anhöhe, wo das KZ Mauthausen stand, führte. Nach der Führung sind ein paar Freunde und ich die Stiege einmal runter und wieder hoch gerannt, um sich einmal besser vorstellen zu können, was das für eine körperliche Belastung war.  Danach brannten unsere Oberschenkel, und wir sind nur einmal und ohne Steine zu tragen über die Stiege gelaufen. Sehr berührend. Es wurde uns auch im Keller des Konzentrationslagers die Gaskammer gezeigt, in der über 4000 Menschen kaltblütig ermordet wurden. Dort wurde eine Gedenktafel aufgestellt mit über 81 Tausend von den mindestens 90 000 in dem KZ verstorbenen Menschen. Auch wurden uns die Baracken gezeigt, in denen die Insassen damals gelebt hatten, während ihrer Zeit im KZ.

Der Donnerstag und damit auch leider schon der letzte Tag unserer Kursfahrt war sehr kurzweilig, denn wir hatten sehr viel Programm. Angefangen mit einem Besuch im Haus der Mathematik zu dem wir 35 Minuten zu Fuß gelaufen sind. Im Haus der Mathematik konnten wir einige Knobelaufgaben lösen und es wurde uns ein wenig über Mathematik in der Geschichte erzählt, wann zum Beispiel der erste Taschenrechner entstand. Wir hatten sogar die Möglichkeit selber einmal mit solch einer, damals noch mechanischen Maschine, zu rechnen. Danach haben wir uns zum Naturhistorischen Museum begeben, wo uns tolle Dinge aus der Natur wie zum Beispiel Meteoriden, Steine aus dem All oder Knochen von Dinosauriern gezeigt wurden. Der Päda LK war währenddessen im benachbarten Gebäude, dem Kunsthistorischen Museum. Nun hatten wir ein wenig Freizeit, welche meine Freunde und ich nutzten, um uns die Stadt und den Stephansdom, als Wahrzeichen Wiens, anzugucken. Am frühen Abend trafen sich der Mathe und Päda LK zum gemeinsamen Dinner im Hard Rock Café. Von da aus gingen die beiden LKs getrennt von einander, um mit den Lehrern einen lustigen, letzten Abend in Wien zu verbringen. Nach einer sehr kurzen Nacht ging es dann um viertel vor sieben los in den Bus nach Essen.

Man kann sagen unsere Kursfahrt in Wien war sehr gelungen und ich kann mich im Namen des Mathe LKs bei Herrn Pisano und Frau Heupel als Begleitung und allen, die an der Organisation beteiligt waren, von ganzem Herzen bedanken.

Patrick L. (Mathematik LK, Q2)

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