Eine Welt. Keine Sklaverei
Mit der Ausstellung „Eine Welt. Keine Sklaverei“ stand für drei Tage wieder der Truck des Hilfswerkes Missio auf dem Schulhof. Zwar ist die Sklaverei weltweit seit 150 Jahren rechtlich abgeschafft, doch leiden auch heute noch 50 Millionen Menschen unter dem, was man die moderne Form der Sklaverei nennen kann: Ausbeutung, Zwang und Gewalt in Arbeitsverhältnissen.
Anhand der virtuellen Begleitfigur Chris konnten sich Lerngruppen der Mittel- und Oberstufe durch fünf thematisch gestaltete multimediale Räume bewegen. In einem Wohnzimmer konnten sie über neun alltägliche Gegenstände in Augmented Reality Informationen erhalten. So führte beispielsweise ein Stück Schokolade zum Thema Kinderarbeit in Ghana, ein T-Shirt zu Arbeit auf Baumwollfeldern und in Textilfabriken, ein Elektrogerät zu Europas größer Elektroschrottdeponie in Ghana, auf der schon Kinder in giftigen Dämpfen nach Metall suchen.
Neu eingerichtet seit diesem Jahr ist der dritte Raum, in dem es um Mica geht – ein Mineral, das uns im Alltag ständig begegnet. Mica steckt in Metallic-Lackierungen von Autos, aber auch als Glimmer in Nagellack und anderen Kosmetika. Über die menschenrechtsverletzenden Bedingungen, unter denen es abgebaut wird, sind die meisten jedoch nicht informiert: Kinder und Familien arbeiten in einsturzgefährdeten, oft illegalen Minen, ohne Schutz, unter Gefährdung ihrer Gesundheit und mit sehr geringem Lohn. Die Lieferketten sind undurchsichtig.
Während Truckbegleiter Johanna Germing und Meinrad Schröter-Rupieper die Jugendlichen beim Gang durch die Ausstellung einführten und anleiteten, vertiefte Christian Ndala im Klassenraum das Thema Sklaverei mit PPP, Filmausschnitten und Erfahrungsaustausch. Was haben wir mit Sklaverei heute zu tun? Dazu passt ein Denkanstoß von Papst Franziskus:
„Wo ist dein Bruder, der Sklave? Wo ist der, den du jeden Tag umbringst in der kleinen illegalen Fabrik, im Netz der Prostitution, in den Kindern, die du zum Betteln gebrauchst, in dem, der heimlich arbeiten muss, weil er nicht legalisiert ist? Tun wir nicht, als sei alles in Ordnung! Es gibt viele Arten von Mittäterschaft. Die Frage geht alle an!“
(S. Felbecker)