In diesem Jahr fasten Christen und Muslime ab dem 18. Februar gleichzeitig- die Christen vierzig Tage lang bis Ostern, die Muslime einen Monat lang bis zum Zuckerfest. Während das Osterfest jedes Jahr am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert wird und sich dadurch auch die Fastenzeit innerhalb des Frühjahrs verschiebt, richtet sich der Ramadan nach dem Mondkalender und kann zu unterschiedlichen Jahreszeiten stattfinden. 2026 also gleichzeitig – aber es gibt nicht nur zeitliche, sondern auch inhaltliche Parallelen!
Das christliche Kirchenjahr kennt eine Abwechslung von Alltags- und Feierzeiten. Man kann nicht durchgehend feiern – die Gewöhnung würde zu Langeweile führen, das Fest an Intensität verlieren. Vor Ostern, dem höchsten christlichen Fest, beginnt daher mit dem Aschermittwoch eine Zeit des Nicht-Feierns, des sich-Einschränkens, des Nachdenkens, des Betens und der Solidarität. Um sich darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist, verzichten Christen auf etwas – auf Luxus, auf gutes Essen, auf Fleisch, Alkohol oder auf übermäßigen Medienkonsum. Dabei wird jedes Jahr noch ein besonderer Akzent gesetzt. So stellt die evangelische Kirche die Fastenzeit 2026 unter das Motto „Sieben Wochen ohne Härte“ – wie kann ich meinem Mitmenschen anders begegnen als hart, wie kann ich barmherzig und mitfühlend sein? Katholische Christen richten ihren Blick mit dem Hilfswerk MISEREOR auf Menschen in Not, auf die Sensibilisierung für Gerechtigkeit, in diesem Jahr unter dem Motto „Hier fängt Zukunft an“ auf Jugendliche in Kamerun, die kein Geld für eine Ausbildung haben.
Für Muslime ist das Fasten eine der fünf Säulen ihrer Religion. Von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang verzichten sie auf Essen und Trinken, Erwachsene auch auf das Rauchen. Damit üben sie Selbstbeherrschung. Erst im Dunkeln versammeln sie sich zum Fastenbrechen, dem gemeinsamen Essen, das die Gemeinschaft zusammenführt. Auch im Islam dient die Fastenzeit dazu, sich zu besinnen, sich Gott anzunähern und Mitgefühl für andere zu entwickeln.
In beiden Religionen geht es also um bewussten Verzicht und um Solidarität.
In diesem Sinne wünschen wir der ganzen Schulgemeinschaft
eine gesegnete Fastenzeit und Ramadan mubarak.
Für die Schulseelsorge
Dr. Sabine Felbecker



