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Unsere Austauschprogramme erlauben es unseren Schülerinnen und Schülern nicht nur, Fremdsprache lebendig zu erleben, Gelerntes anzuwenden und hierbei auch Selbstvertrauen zu gewinnen. Dies sind natürlich wichtige Aspekte eines Austauschprogrammes. Darüber hinaus geht es uns aber besonders auch um das interkulturelle Lernen – sich in einer zunächst fremden Gemeinschaft zurecht finden, Kontakte knüpfen, sprachliche und kulturelle Barrieren überwinden, aufeinander zugehen. In kurzer Zeit entstehen Freundschaften, die manchmal ein Leben lang halten. Wir ermutigen unsere Schülerschaft, über den Tellerrand hinaus zu schauen und in die Welt zu gehen.

Frankreich: Grenoble
Die Stadt: Grenoble

Grenoble mit seinen ca. 300 000 Einwohnern liegt im Süd-Osten von Frankreich. Drei Alpenmassive umgeben die in einem Becken gelegene Stadt. Grenoble ist nach Lyon die zweitgrößte Stadt in der Region Rhône-Alpes und hat in Frankreich das Prestige eines Zentrums für Spitzenforschung und Hochtechnologie (z.B. Kernenergie, Molekularphysik). Zahlreiche Institute und internationale Unternehmen haben ihren Sitz in dieser Stadt, in der es leicht fällt, die Vorzüge einer Großstadt mit den angenehmen Seiten der reizvollen Alpenlandschaft zu verbinden. Bekannte Wintersportorte wie Chamonix oder Val d’Isère sind nur eine Autostunde entfernt. Ein breit gefächertes Angebot von Universitäten und Hochschulen macht die Stadt zudem als Ausbildungsplatz interessant.
Geopolitisch empfinden die Grenoblois (so die französische Bezeichnung) sich am Kreuzungspunkt von Mittel- und Südeuropa. Nach zwei Stunden Autofahrt ist man am Mittelmeer.
Seit geraumer Zeit besteht zwischen Grenoble und Essen eine lebendige Städtepartnerschaft, in deren Rahmen Schulen, Sportvereine und Verbände verschiedener Art, ebenso wie z.B. die Handelskammern beider Städte regen Austausch pflegen.
Über Jahre hinweg erlaubte es die finanzielle Lage der Stadt, den Austausch mit unserer Partnerschule auch durch materielle Zuwendungen in seiner Bedeutung zu würdigen.

Der Austausch

In jedem Jahr und dies seit mehr als 25 Jahren nehmen Schüler der Klassen 9 bis 11 jährlich an unserem Austauschprogramm teil. Waren dies in den 80er Jahren noch Gruppen von 50 Teilnehmern, so haben sich die Zahlen im Laufe der Zeit auf zirka 20 Schülerinnen reduziert. Dieser Austausch steht grundsätzlich allen Schülern, die Französisch als Unterrichtsfach gewählt haben, offen.
Nach dem ersten Kennenlernen über wechselseitige Briefe verbringen die Teilnehmer circa 10 Tage in der Familie ihres Austauschpartners (correspondant). Der Aufenthalt in der Partnerstadt wird bestimmt durch eine Mischung aus Familienleben, gemeinsamem Schulbesuch und einem reichhaltigen Programm von Tagesausflügen und Besichtigungen. Im Gegenbesuch empfängt jeder Teilnehmer seinen correspondant in seiner Familie. Dies alles organisieren die Französischlehrerinnen und -lehrer des Carl-Humann-Gymnasiums gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus Grenoble. Dabei sind wir besonders froh, dass der Preis eigentlich niemanden von der Teilnahme abhalten muss. Im letzten Jahr betrug er 250 €.
Sinn der Maßnahme ist es, unseren Schülern die Möglichkeit zu geben, die vermeintlich so schwere französische Sprache auch im echten Leben auszuprobieren. Zudem ist es auch im immer mehr zusammenwachsenden Europa sehr spannend, kulturelle Eigenarten der Nachbarn jenseits des Rheines zu erfahren. Wie könnte dies authentischer geschehen als in Familien. Kein kommerzieller Veranstalter kann dies anbieten. Zudem haben wir in Einzelfällen die Erfahrung gemacht, dass unser Besuch im Rahmen des Austauschs durchaus Appetit auf mehr macht: Sei es eine länger währende persönliche Beziehung, sei es die Teilnahme an den Programmen „Voltaire“ oder „Brigitte Sauzay“, sei es ein Auslandsschuljahr an der Cité Scolaire Internationale (es muss nicht immer Amerika sein) oder sei es der spätere Studienort.

Die Schule: Cité Scolaire Internationale (vormals: Lyçée Stendhal)

Im Jahre 1987 wird das traditionell renommierte Lyçée Stendhal um eine Besonderheit reicher. Die zunehmende Zahl von Ausländern, die in Grenoble in verschiedenen Instituten und Firmen arbeiten, lässt den Plan für eine in Frankreich bis dahin seltene Einrichtung reifen:
Die nationalen Klassen werden durch vier internationale Sektionen ergänzt: Deutsch, Englisch, Spanisch und Italienisch werden zu gleichberechtigten Unterrichtssprachen. In allen vier Abteilungen ist es möglich, neben dem nationalen (französischen) Abitur auch das des Landes der jeweiligen Fremdsprache abzulegen. Für die deutsche Sektion wurde die Bezeichnung Abibac gewählt. Vertreter beider Länder nehme die Prüfungen zu einem in beiden Länder anerkannten Zeugnis der Hochschulreife ab. Es versteht sich, dass ein solches Profil neben Kindern aus zweisprachigen Familien auch sehr stark motivierte Schüler anderer Schulen anzieht. Überflüssig zu bemerken, dass wir froh sind, eine solche Partnerschule zu haben. Dies umso mehr, als neben unserem alljährlichen Austausch für besonders engagierte Schüler durchaus die Möglichkeit besteht, ein Trimester oder ein Schuljahr an unser Partnerschule zu absolvieren.
Im Jahre 2000 kommt es zu einer Neugründung: In einem neuen Gebäude beherbergt jetzt die Cité Scolaire Internationale die internationalen Klassen. Mit den Kollegen, die den Austausch bisher auf französischer Seite betreut haben, gelingt es uns, trotz organisatorischer Umbrüche, unser Programm fortzuführen.
Spanien: Toledo
¡Bienvenidos Toledanos!

Schon lange Zeit hatten wir uns um einen Kontakt zu einer Schule im spanischsprachigen Ausland bemüht, um unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu bieten, ihre Sprachfertigkeiten auch außerhalb des Unterrichts anzuwenden. Umso erfreuter waren wir, als 2012 mit dem I.E.S. Azarquiel in Toledo eine passende Partnerschule gefunden war und schon im Sommer 2013 die ersten Schülerinnen und Schüler ihre spanischen Freunde besuchen konnten.

Fragen rund um den Austausch
Wer darf am Austausch teilnehmen?

Der Austausch mit unserer Partnerschule in Toledo richtet sich an die Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase (EF) fortgeführt, also an alle, die seit der achten Klasse Spanisch lernen. Nach zwei Jahren Spanischunterricht verfügen unsere Schülerinnen und Schüler über die sprachlichen Grundlagen, um sich im Alltag mit Eltern und Lehrern in Spanien verständigen zu können. Zusätzlich können auch Interessierte aus der Quali-fikationsphase 1 (Q1), die erst seit der EF Spanisch lernen, am Austausch teilnehmen.

Wann findet der Austausch statt?
Die Schülerinnen und Schüler des CHG fahren jährlich Mitte September nach Toledo, unsere spanischen Freunde kommen Mitte Juni nach Essen.

Wie lange dauert der Austausch?
Während des Austausches sind die Schülerinnen und Schüler vom Carl-Humann-Gymnasium als auch unsere Freunde vom I.E.S. Azarquiel jeweils für den Zeitraum einer Woche in der Stadt der Partnerschule.

Wie kommen wir nach Toledo?
Wir fliegen, alles andere wäre wegen der großen Distanz zwischen Essen und Toledo nicht umsetzbar. Unser Zielflughafen ist Madrid, Abflugort ist der Flughafen Düsseldorf.

Wo genau liegt Toledo?
Die frühere Hauptstadt Spaniens liegt ca. 60 Kilometer südlich der heutigen Hauptstadt Madrid. Aufgrund der Nähe ist ein Besuch in Madrid fester Bestandteil unseres Pro-gramms.

Was gibt es Wissenswertes über Toledo?
In Toledo leben etwa knapp 90.000 „Toledanos“. Einen besonderen Reiz übt die Altstadt auf ihre Besucher aus, die unter UNESCO Weltkulturerbe steht. Als Ort des Zusammenlebens verschiedener Kulturen und Religionen gibt es zahlreiche Kirchen, Museen und andere historische Anziehungspunkte. Alles ist fußläufig zu erreichen, so dass die Schülerinnen und Schüler in nur wenigen Gehminuten von der Schule im historischen Stadtzentrum sind. Zudem ist das dort gesprochene Spanisch akzentfrei und für Spanischlernende gut zu verstehen.

Und was bietet die Umgebung?
Auch hier gibt es viel zu sehen. Nach Madrid ist es wie gesagt ein Katzensprung, sodass ein Schwerpunkt der Ausflüge -neben derjenigen in und um Toledo selbst- natürlich in der Besichtigung zahlreicher Sehenswürdigkeiten besteht, die die Hauptstadt Spaniens uns selbst bietet. Darüber hinaus sollte man nicht vergessen, dass wir uns in Castilla La Mancha befinden, also im Land des Schriftstellers Miguel der Cervantes, wo wir noch einige Spuren für die Inspirationen zu seinem weltberühmten Roman Don Quijote de la Mancha wiederfinden können, unter anderem die berühmten Windmühlen von Consuegra. Denn wer kennt nicht, die heute noch bekannte Redewendung „Gegen Windmühlen ankämpfen“. Eine Redewendung, die sich auf den Protagonisten des Romans bezieht (Don Quijote), der seine Lanze gegen die Windmühlen erhoben hatte im Glauben, Riesen vor sich zu wis-sen.