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Hand in Hand - Erstes Workcamp in Rumänien

22 Oktober 2018
 Oktober 22, 2018

 

Ausgerechnet Rumänien? Ist das nicht viel zu gefährlich? Kommen daher nicht die Leute, die hier bei uns die Bankautomaten knacken?

Sieben motivierte Schülerinnen und Schüler aus Religionskursen der Oberstufe setzten sich über vielfach gehörte Bedenken solcher Art hinweg und fuhren begleitet von Frau Dr. Felbecker und Frau Kost im Oktober für eine Woche in die rumänische Kleinstadt Lipova.

„Hand in Hand“ – das war das Motto für das Workcamp, das wir dort in Zusammenarbeit mit der Caritas durchführten. Auf einem Vorbereitungswochenende wurden viele Fragen behandelt: Wie sieht unser Programm vor Ort aus? Worüber freuen sich rumänische Kinder? Wie reagiere ich auf Schmutz und die sichtbaren Zeichen extremer Armut? Soll ich alle Umarmungen erwidern? Und auch ein Crashkurs Rumänisch gehörte zur Vorbereitung. Wichtig war vor allem: Die Fahrt sollte nicht reichen Touristen aus dem Westen ermöglichen, osteuropäische Armut zu besichtigen, ein paar Almosen zu verteilen und ein gutes Gefühl dabei zu haben. Wir wollten als Lernende kommen und offen sein für Neues, für Begegnungen „Hand in Hand“.

Hand in Hand – in Lipova angekommen begüßte uns schon das zum Motto passende Logo: Zwei Hände bilden zusammen ein Herz! Genau das war für eine Woche unsere Erfahrung in diesem osteuropäischen, nur zwei Flugstunden entfernten, aber doch so fremden Land. Wir haben an vielen Stellen angepackt und es gab viele herzliche Begegnungen.

Zuerst lernten die Schüler die Einrichtungen der Caritas Lipova kennen: Sozialstation, Armenküche, Kleider- und Möbellager, Wohnheim für Schülerinnen und Schülern aus entfernt liegenden Dörfern. Sie halfen, das Essen der Armenküche auszufahren, einen LKW mit Hilfsgütern auszuladen und Tüten mit Grundnahrungsmitteln zu bedürftigen Familien zu bringen. Sie besuchten alte Damen und unterhielten sich mit ihnen, spielten mit der einen Memory und schoben die andere im Rollstuhl durch die Straßen. Sie luden alte und behinderte Menschen zu einem bunten Nachmittag mit Kaffee und Kuchen, Spielen, Basteln und einer Tombola ein. Der Einladung zu einem Kinderfest mit Spielen drinnen und draußen, Bastelangeboten, Schminken und Zuckerwatte folgten fast fünfzig Kinder.

Ein durchgehendes handwerkliches Projekt sollte einer fünfköpfigen Familie helfen, die in einer unvostellbar maroden Doppelhäuschenhälfte wohnte. Hier lernten die Schülerinnen und Schüler schleifen und sägen, nageln, bohren, streichen und mauern. So konnte die Wohnsituation der Familie zumindest ein wenig verbessert werden. Wichtiger noch als das fertige Ergebnis der Anstrengungen war, dass die Familie Zuwendung erfuhr und dadurch neue Hoffnung schöpfen konnte.

Rumänien – das war für uns ein Land mit großer Armut, aber mit vielen jungen und alten Menschen, die uns herzlich aufnahmen, segneten und ins Herz schlossen, so dass wir am Ende reich beschenkt zurückfuhren. Und ganz sicher wird es im nächsten Jahr wieder ein Workcamp in Lipova geben.

Text und Bilder: Dr. Sabine Felbecker

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