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Abitur 2019: Auf zu neuen Ufern

28 Juni 2019
 Juni 28, 2019

„Schon wieder ein Schuljahr um“, mag sich der eine oder andere Lehrer gedacht haben, als er nach dem traditionellen Abiturgottesdienst am Donnerstag, 27. Juli 2019, das Hotel Franz an der Steeler Straße betrat, in dem wie immer die offizielle Entlassfeier und Ausgabe der Reifezeugnisse stattfand. Doch was sich für Lehrer jedes Jahr wiederholt, ist für jeden Schüler einmalig und nach zwei bis drei Jahren Qualifikationsphase natürlich auch mit einer gewissen Erleichterung verbunden. Schließlich hatten einige noch bis kurz zuvor in Nachprüfungen um die letzten Punkte gekämpft.

Vermutlich in Erwartung großer Hitze war der Festsaal des Hotels angenehm klimatisiert. Doch auch draußen ließ es sich im Vergleich zu den vorhergegangenen Tagen bei rund 25 Grad und Sonnenschein gut aushalten. Optimale Bedingungen also für das eine oder andere Gespräch vor und den Sektempfang nach der Feier.

Da die scheidende Stufe in der CHG-Schülerband eine sehr aktive Rolle gespielt hatte, waren einige dieser Bandmitglieder auch für den musikalischen Auftakt zuständig: Zusammen mit mehreren ehemaligen sowie aktuellen Schülern präsentierten die Abiturienten Kim Kleinlütke, Cort Wedemeier (beide Gesang) sowie Florian Busch (Gitarre) Sias Bird Set Freeund stimmten die versammelte Festgemeinde damit auf das Thema Aufbruch zu neuen Ufern ein, das sich wie ein roter Faden durch die Reden des Abends zog.

Den Anfang machte Thomas Reuter als kommissarischer Schulleiter, der zum Einstieg ein Schild mit der Aufschrift End School Zone auf die Wand projizierte. Wichtig war ihm zu betonen, dass auch tatsächlich alle 95 Schülerinnen und Schüler, die am CHG zum Abitur angetreten waren, dieses bestanden haben – durchaus keine Selbstverständlichkeit. Für seine kurzweilige und etwas unkonventionelle Rede wählte er das Bild einer Blumenwiese, um den entspannten und unschuldigen Beginn der Qualifikationsphase für die Abiturienten im Sommer 2017 zu illustrieren. Auch für ihn als damaliger stellvertretender Schulleiter war es der erste offizielle Tag am Carl-Humann-Gynasium nach seiner Versetzung dorthin. Doch was so locker und leicht begann, wurde schon bald ernster, als erste Klausuren geschrieben, Prüfungen absolviert und Punkte gesammelt werden mussten. Reuter zog auch hier eine Parallele zu seiner bisherigen Karriere am CHG, da für ihn nach Stefan Uhlmanns Wechsel zur Bezirksregierung nach Düsseldorf im Mai 2018 sozusagen der Ernst des Lebens begann. Die Blumenwiese an der Wand wich einem reißenden Strom. Dem Weg zu neuen Ufern widmete sich der Abschluss der Rede: Anhand des Beispiels Carl Humanns, der, gebürtig aus Essen-Steele, sein späteres Leben zu einem großen Teil als Archäologe in Kleinasien verbrachte, machte Thomas Reuter deutlich, dass jeder Schüler für seinen Weg nach dem Abitur selbst die Verantwortung trägt: „Die Welt steht euch offen. Freut euch drauf und macht was draus.“

Frau Thomé-Schmischke kam es als Elternpflegschaftsvorsitzender zu, den scheidenden CHG-Schülern im Namen der Eltern alles Gute zu wünschen: „Sie sind Hoffnung, Sie sind Zukunft, Sie sind jetzt an der Reihe“, rief sie den jungen Erwachsenen zu. „Und vielleicht machen Sie ja einiges besser als die Generationen vor Ihnen.“

Neben der Verleihung der Preise der deutschen physikalischen Gesellschaft sowie der deutschen Gesellschaft für Philosophie an herausragende Schülerinnen und Schüler und der feierlichen Übergabe der Abiturzeugnisse gab es noch eine besondere Ehrung: Florian Busch, Nora Dabringhaus und Nikita Gorainow war es gelungen, ihr Abitur mit der Bestnote 1,0 abzulegen, was mit einem kleinen Präsent gewürdigt wurde.

Während und nach der Zeugnisverleihung wurde es noch einmal musikalisch: Dalida Hicking (Abitur 2018) und Jana Wulf (Abitur 2019) präsentierten eine Sonate von Johann Mattheson auf der Querflöte, bevor dieselben Abiturienten, die auch den musikalischen Auftakt gestaltet hatten, mit leicht veränderter Begleittruppe und Leaving on a Jetplane den allgemeinen Aufbruch einläuteten.

Für den Weg nach Hause war es allerdings noch zu früh: Vor dem Hotel erwarteten Sekt und Orangensaft die nun ehemaligen Schüler des CHG, die mit ihren Gästen noch eine Weile die Abendsonne genossen, bevor sie tatsächlich zu neuen Ufern aufbrachen.

Text: Nina Schloemer

Fotos: Uhlmann und Heiser

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